Gasgeruch? Was machen?

Das Gas, welches zum Heizen genutzt wird, ist unsichtbar und stellt im Falle eines Lecks eine große Gefahr für Ihre Gesundheit dar. Damit Sie im Ernstfall vorbereitet sind und die Antworten auf die wichtigen Fragen kennen, geben wir in diesem Artikel eine Anleitung sowie wertvolle Tipps, an die Sie sich halten können!

Inhaltsverzeichnis

Erdem Kocer

Erdem Kocer

Erdem Kocer gründete 2007 die Kocer Heiztech GmbH und fungiert dort als Geschäftsführer. Er besitzt die behördliche Konzession als Meister im Bereich Sanitär- und Heizungstechnik. Zusätzlich war er von 2007 bis 2012 als Berufsschullehrer in der Mollardgasse tätig.

Erdgas als Energieform

Neben Strom ist Erdgas eine der Hauptenergieformen in österreichischen Haushalten. Dieses wird vorzugsweise zum Heizen (Thermen) und Kochen verwendet und stellt eine äußerst effiziente Form der Energiegewinnung dar. Im Normalfall muss man nicht von einer Gefahr ausgehen, wenn Erdgas im Alltag genutzt wird. Speziell nicht, wenn in regelmäßigen Intervallen eine Thermenwartung durchführen lässt. Dennoch kann es in wenigen Ausnahmefällen zu Komplikationen kommen, was sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken kann.

Besonders gefährlich wird es, wenn Gas unkontrolliert aus einem Leck austritt. Das Gemisch aus Sauerstoff und Gas kann tatsächlich eine Explosion auslösen. Daher ist es zwingend notwendig zu wissen, wie man im Ernstfall vorgehen sollte.

Wie riecht Gas?

Erdgas riecht nach Ammoniak. Dieser Geruch wird von vielen als faulig, modrig, erdig, und unangenehm beschrieben.

Generell ist natürliches Gas geruchlos und kann nicht leicht festgestellt werden. Aus diesem Grund werden dem Erdgas künstlich Duftstoffe zugesetzt. Im Falle eines Gaslecks kann der Austritt dann erkannt und die erforderlichen Schritte eingeleitet werden. Sollten Sie einen solchen Geruch wahrnehmen, ist Vorsicht geboten!

Was machen bei Gasgeruch? Schnelle Maßnahmen…

Auch wenn Gasunfälle selten passieren, sollte der Ernstfall keinesfalls unterschätzt werden. Deswegen möchten wir Ihnen diese Tipps ans Herz legen, damit Sie in der Situation wissen, wie Sie am besten vorgehen. Wichtig ist, dass Sie Ruhe bewahren und alle Maßnahmen Schritt für Schritt befolgen. So können Sie sicherstellen, dass Sie bei Gasaustritt alles richtig machen und Sie und Ihre Mitmenschen außer Gefahr sind.

Im Folgenden finden Sie einige der wichtigsten Maßnahmen, wie bei Gasgeruch in der Wohnung bzw. im Haus vorgegangen werden sollte.

  1. Fenster öffnen
  2. Keine elektrischen Geräte
  3. Gashahn abdrehen
  4. Gebäude mit allen Bewohnern verlassen
  5. Feuerwehr anrufen

1. Fenster öffnen

Der erste Schritt sollte immer das Öffnen der Fenster sein, um das Gas entweichen zu lassen. Der Gasanteil der Raumluft verringert sich dadurch, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Explosion schon kleiner wird.

2. Keine elektrischen Geräte

Drehen Sie unverzüglich alle elektrischen Geräte ab, z.B. Lampen, Herd etc. Betätigen Sie bestmöglich auch keine Lichtschalter, da sogar der kleinste elektrische Funken ausreichen kann, um eine Explosion auszulösen. Ziehen Sie außerdem auf keinen Fall Stecker aus der Steckdose. Vorsicht ist besser als Nachsicht!

3. Gashahn abdrehen

Eine wichtige Maßnahme ist das Abdrehen des Gashahns. Ist dieser verschlossen, kann kein weiteres Gas in die Raumluft gelangen. Vor allem für eine schnelle Reaktion ist es wichtig, dass der Absperrhahn frei zugänglich ist. Vorsicht ist geboten, wenn sich dieser im Keller befindet, da sich das Gemisch aus Gas und Sauerstoff gerne nach unten bewegt und in die Kellerräume schleicht.

4. Gebäude mit allen Bewohnern verlassen

Informieren Sie außerdem so schnell wie möglich alle Mitbewohner und Nachbarn. Benutzen Sie dabei keine Klingeln, da jeder Funke eine potenzielle Gefahr darstellt. Verlassen Sie schnellstmöglich das Gebäude, sodass bei einer Explosion alle Personen außer Reichweite und in Sicherheit sind.

5. Feuerwehr anrufen

Nun da Sie außer Reichweite sind, rufen Sie die Feuerwehr an und informieren diese über den Gasaustritt. Die Nummer für den Gasnotruf ist 128. Diese ist auf solche Ernstfälle spezialisiert und kann Ihnen genaue Anweisungen geben.

Wie sollte bei Gasgeruch im Freien vorgegangen werden?

Gas muss sich nicht unbedingt nur auf Innenräume beschränken, sondern kann unter Umständen auch im Freien bemerkt werden.

Warum ist ein Gasleck im Freien gefährlich?

  • Gas kann sich in tieferliegenden Bereichen (Keller, Kanaldeckel, Schächte) sammeln und explosionsfähig werden.
  • Statische Elektrizität oder Zündquellen (z. B. Zigaretten, Funkenschlag) können das Gas entzünden.

In diesen Situationen können Sie wie folgt vorgehen:

Ruhe bewahren & Bereich absichern – Andere Personen warnen und sich von der Gefahrenzone entfernen.
Kein Feuer oder elektrische Geräte nutzen – Zigaretten, Motoren oder Mobiltelefone können Funken erzeugen.
Gasversorger oder Feuerwehr alarmieren – Die Notfallnummer des Gasnetzbetreibers oder Feuerwehr (122) anrufen.
Wenn möglich, Absperrhahn schließen – Bei sichtbarer Gasleitung kann eine Absperrung helfen.

💡 Wichtig: Kein Metallwerkzeug zum Schließen verwenden – Funkenbildung vermeiden!

Wie sollte bei Feuer vorgegangen werden?

Wenn bereits Gefahr durch Feuer besteht, müssen bestimmte Maßnahmen getroffen werden, um alles abzusichern und Personen in Sicherheit zu bringen.

  1. Sicherheit der Personen steht an erster Stelle
    • Gefahrenbereich sofort verlassen und andere warnen.
    • Fenster und Türen offen lassen, um eine gefährliche Gasansammlung zu verhindern.
  2. Keine Löschversuche mit Wasser!
    • Brennendes Gas sollte nicht mit Wasser gelöscht werden – das könnte die Flammen unkontrolliert ausbreiten.
    • Falls möglich, Gaszufuhr an der Hauptleitung absperren (nur wenn gefahrlos möglich).
  3. Feuerwehr alarmieren (122)
    • Explosionsgefahr beachten – Sicherheitshalber mindestens 100 Meter Abstand halten.
    • Wichtige Hinweise für die Feuerwehr: Standort des Gasleck, Art des betroffenen Gebäudes oder Bereichs (Wohnhaus, Werkstatt, Baustelle).

💡 Zusätzlicher Tipp: Falls jemand Rauchvergiftungserscheinungen hat (Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit), sofort Frischluft zuführen und Notarzt verständigen (144).

Vorbeugende Maßnahmen

Abgasmessung zur Vorbeugung

Um einen Gasaustritt vorzubeugen, sollten Sie in regelmäßigen Abständen eine Thermenwartung und Abgasmessung durchführen lassen. Wann diese fällig sind, können Sie am Prüfpickerl auf Ihrem Gasgerät entnehmen.

EUR 25,- Gutschein

Service-Gutschein

Einfach zum Newsletter anmelden & kostenlos erhalten! Gutschein jetzt erhalten

Weitere Präventive Maßnahmen:

Gaswarngeräte

Gasmelder sind essenzielle Sicherheitsgeräte, die frühzeitig auf gefährliche Konzentrationen von Gasen wie Erdgas (Methan) oder Kohlenmonoxid (CO) hinweisen. Sie funktionieren durch Sensoren, die bereits geringe Mengen an Gasen in der Luft erkennen und ein akustisches oder optisches Warnsignal auslösen.

Platzierung von Gasmeldern:

  • Für Methan (Erdgas): Da Methan leichter als Luft ist, steigt es nach oben. Der Gasmelder sollte deshalb an der Decke, nahe der Gasquelle (z. B. Gastherme, Heizkessel, Gasherd) installiert werden. Optimal ist ein Abstand von 30-50 cm zur Decke.
  • Für Propan/Butan (Flüssiggas): Diese Gase sind schwerer als Luft und sinken nach unten. Hier sollte der Gasmelder etwa 30 cm über dem Boden angebracht werden.
  • Für Kohlenmonoxid (CO): CO hat fast die gleiche Dichte wie Luft und verteilt sich gleichmäßig. Der Melder sollte auf Kopf- oder Atemhöhe angebracht werden, vorzugsweise in Schlafräumen oder in der Nähe von Gasgeräten.

💡 Zusätzlicher Tipp: Gasmelder sollten regelmäßig getestet und die Batterien mindestens einmal jährlich gewechselt werden.

Wissen mit Freunden teilen?